YESSIE

Endlich finde ich einmal die Zeit, Ihnen von meinem "Abenteuer" Yessie zu berichten. Nach dem Tod meines Jackys hielt ich die Ruhe in meinem Zimmer nicht mehr aus und machte mich auf die Suche nach einem neuen passenden Partner. Das war gar nicht so einfach. Ich klapperte die Tierheime ab, da ich keinen Hund vom Züchter haben wollte. Mein Gedanke dabei: Es gibt genug Hunde, die ein schweres Los gezogen haben. Wenigstens einen könnte ich doch da raus holen.
Aber alle, die mir gefielen, hatten Angst vor meinen Pferden bezw. Ponys. So kam ich zu dem Schluss, dass ein Welpe das richtige wäre.
Auf dem Weg über meinen Tierarzt kam ich zu Collie in Not, wo gerade Welpen abzugeben waren. Auf einem Foto sah ich das kleine blonde Yessielein, das mich anlachte mit dickem rundem Welpenbäuchlein und Tapsepfoten. Ich hatte mich auf Anhieb in dieses kleine Etwas verliebt. Meine Freundin, die mich begleitete und eigentlich keinen neuen Hund haben wollte, entschied sich spontan für eine Schwester von Yessie. Ihr Hund war gerade erst tot. So kam dann auch Yollie zu einem schönen neuen Zuhause.
Im Juni war es dann soweit, wir konnten unsere kleinen Mädels in Empfang nehmen. Die erste Nacht verlief ruhig, kein Gejaule und Gewinsel, gar nichts. Yessie reichte es, dass ich meine Hand aus dem Bett hängen ließ und sie in den Schlaf kraulte. Stubenrein war sie sehr schnell, wenn auch mit etwas Protest, denn im Warmen sein Geschäft zu erledigen ist doch viel schöner als draußen.
Den Umgang mit den Pferden hatte sie sehr schnell raus. Tja, mit den Katzen ging das nicht ganz so schnell. Sie meinte immer, dass das kleine Hunde sind, mit denen man spielen kann. Da gab es dann mal kräftige Nasenstüber und die Rangordnung war geklärt.
Sie hat sich zu einem ruhigen Hund entwickelt, der aber immer noch etwas ängstlich ist. An manchen Tagen ist es sogar so schlimm, dass man meinen könnte, dass dieser Hund geschlagen wird. Es wird aber Gott sei Dank immer seltener. Manchmal frage ich mich, woher das kommt und was sie erlebte, als sie die ersten Wochen ihres Lebens in einer dunklen Baracke eingesperrt war. Was Gutes kann es nicht gewesen sein, denn bei mir hat sie bis jetzt nichts Negatives kennengelernt.
Ansonsten ist sie ein fröhlicher Hund, der gerne lange läuft und nicht genug vom Spielen bekommt. Ich kann sie überall hin mitnehmen, da sie sich einwandfrei benimmt.
Mit freundlichen Grüßen, Carla H.