SIMBA - SANDRO
Liebe Margit,
nachdem du mir die Geschichte von Sandro erzählt hattest, habe ich mich auf die Suche nach ihm gemacht. Wie du mir sagtest wurde Sandro, ein kleiner "Italiener", von Tierfreunden nach Deutschland in eine süddeutsche Pflegestelle gebracht. Schon kurz darauf  konnte er an ein in der Schweiz lebendes deutsches Ehepaar abgegeben werden. Wie du jedoch über Umwegen erfahren hast, liess sich dieses Ehepaar mittlerweile scheiden und sie haben Sandro wegegeben. Wo er aber geblieben ist wusste niemand.
Ich habe dann übers Internet die neue Adresse vom ehemaligen Besitzer herausgefunden. Am selben Abend habe ich dann diesen Herrn angerufen. Ich schilderte ihm, dass ich auf der Suche nach Sandro wäre, da sich "Collie in Not" Sorgen mache über seinen Verbleib. Herr X war sehr erbost über meinen Anruf und wollte zuerst gar nichts wissen von einem Hund namens Sandro und überhaupt, woher ich seine Telefonnummer hätte. Als ich ihn dann noch darauf aufmerksam machte, dass er einen Vertrag unterschrieben hätte in dem steht, dass der Hund wieder zurück zu "Collie in Not" gehen müsse, rastete er vollends aus und drohte mir mit seinem Anwalt. Die ganze Sache ginge mich überhaupt nichts an. Er wollte mir partout nicht sagen was mit Sandro passiert ist. Ich vermutete schon das schlimmste und irgendwie kam mir die ganze Sache nicht ganz koscher vor. So reagiert doch nur jemand der ein sehr schlechtes Gewissen haben muss.
Am nächsten Tag habe ich dann ein paar weitere Telefonate gestartet bis ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen konnte. Ich wusste jetzt was mit Sandro geschehen war. Dieses arme Geschöpf konnte gerade mal ein Jahr bei diesen herzlosen Menschen gewesen sein ehe er wieder abgeschoben wurde. Wie ich in Erfahrung bringen konnte wurde er ferienhalber in ein Tierheim gebracht wo er nie mehr abgeholt wurde. Weggezogen ohne Adressangabe hiess es, als sich das Tierheim um den Verbleib der Besitzer erkundigen wollte. Ich finde das einfach ganz feige und gemein einem Tier gegenüber, das einem vertraut und uns Menschen so viel Liebe entgegenbringt. Die Leute vom Tierheim waren sehr nett und versprachen bei den neuen Besitzern anzufragen ob eine Kontaktaufnahme erwünscht sei.
Nachdem ich die Telefonnummer von den neuen Besitzern erhalten hatte und sich mein Blutdruck wieder normalisiert hatte, setzte ich mich mit ihnen in Verbindung. Wir haben mindesten eine halbe Stunde miteinander geplaudert und sie versicherten mir dass es Sandro sehr gut gehe, er ein fantastischer Hund sei und ich ruhig einmal bei ihnen vorbeischauen könne. Wir haben uns dann auf den nächsten Samstag verabredet und ich konnte mich selbst davon überzeugen, dass Sandro an einem wunderbaren Platz ist. Mit einer Hündin die ihn auch sehr liebt und bis auf's Blut verteidigt, wird er wohl noch ein paar schöne Hundejahre vor sich haben.
Ich bin froh Sandro gesund und glücklich gefunden zu haben und hoffe ihn bald wieder zu sehen.
Manchmal zahlt es sich aus, hartnäckig zu bleiben. Dank der Hilfe unserer Schweizer Freundin Marianne konnten wir den Weg des verschwundenen Collies Sandro nachverfolgen und uns überzeugen, dass das Schicksal es doch noch gut mit ihm gemeint hat. Ein ganz großes "Dankeschön", liebe Marianne, für Deinen Nerven aufreibenden Einsatz!