BERICHT DER TIERHILFE PAPENBURG ÜBER EINEN ERSCHÜTTERNDEN EINSATZ BEI EINER „ZÜCHTERIN“!
Die Vorgeschichte:
Frau R. ist der Tierhilfe seit dem Jahr 2000 bekannt. Sie meldete sich zu dem Zeitpunkt mit dem Vorwurf, dass die Nachbarn drei ihrer Hunde vergiftet hätten. Anrufe unsererseits beim zuständigen Ordnungsamt und bei Nachbarn zeichneten das Bild einer etwas „eigenwilligen“ Frau, die mehrere Hunde im Haus hält. Nach der damaligen Hundehalteverordnung konnte gegen reine Wohnungshaltung von Hunden nichts unternommen werden.
Bis zum Februar 2002 hörten wir nichts mehr von Frau R. Es lag kein einziger Anruf von den unmittelbar dort wohnenden Nachbarn beim Tierschutzverein vor. Zu diesem Zeitpunkt wandte sich das Gesundheitsamt des Landkreises Emsland an uns und bat um Hilfe bei der Übernahme von 10 bis 15 Hunden der Frau R.
Kontakte zu dem Sohn, der als Apotheker ca. 300 km entfernt lebte, ergaben, dass sich Frau R. freiwillig von ihren Hunden trennen wolle. Die obligatorische Abgabegebühr wollte der Sohn tragen. Von Seiten des Gesundheitsamtes wurden die Zustände als „schwierig“ bezeichnet. Persönliche Besuche scheiterten, da Frau R. die Tür nicht öffnete. Hundegebell war verstärkt zu hören. Haus und Grundstück machten einen stark verwahrlosten Eindruck. Rundherum standen in dieser Sackgasse die Häuser, und kein Nachbar sprach uns auf irgend welche Missstände an. Ich suchte daher den Kontakt über das Telefon und bekam von Frau R. zu hören, dass sie per Zeitungsinserat versuchen wolle, ihre Hunde (Colliemischlinge) zu vermitteln. Entsprechende Anzeigen tauchten regelmäßig in den Tiermärkten der hiesigen Zeitungen auf. Im Juni meldete sich ein Interessent, der bei Frau R. einen Hund erwerben wollte. Er sprach von einem unerträglichen Gestank, der aus dem offenen Fenster strömte und von Welpen, die verkauft werden sollten. Frau R. versuchte also nicht, ihre bereits vorhandenen Hunde zu vermitteln, sondern produzierte neue! (Leider ist es bislang noch jedem erlaubt, Hunde zu vermehren - außer sog. Kampfhunde.)
Anrufe beim Gesundheitsamt, beim Ordnungsamt und bei dem Sohn ergaben, dass gegen Frau R. seit Februar '02 ein Entmündigungsverfahren eingeleitet sei. Versuche, die Hunde bei Frau R. heraus zu kaufen, scheiterten, weil sie sich definitiv nicht von ihren Tieren trennen wollte. Bei allen Telefonaten machte Frau R. nicht den Eindruck einer kranken Person. Bestätigt wurde jedoch, dass sie keinen ihrer Hunde freiwillig abgeben würde. Die auch jetzt noch erscheinenden Anzeigen in der Emszeitung schienen u. E. nur Alibifunktion zu besitzen, um die drohende Entmündigung abzuwenden.
26.08.2002:
Um 13 Uhr ruft Herr R. an: „Meine Mutter sitzt im Auto, aus dem Haus müssen so schnell wie möglich 11 Hunde heraus geholt werden, da sonst die Reinigungs- und Entrümpelungsfirma nicht mit ihrer Arbeit beginnen kann. Meine Mutter kommt nicht zurück.“
Wir rücken mit 5 Personen, 2 Fahrzeugen, Boxen, Maulkörben, Leinen und Betäubungspulver an. Aus einem offenen Fenster kommt lautes Hundegebell und ein unerträglicher Gestank. Drei Leute steigen ins Haus ein, wollen sich an die Hunde heran tasten. Während das Einstiegszimmer (Schlafzimmer von Frau R.) „nur“ unordentlich und vollgepackt mit allem Möglichen ist, bieten die anderen Räume unten einen katastrophalen Anblick. Es mutet an, als hätte sich hier der gesamte Inhalt einer Kläranlage ergossen - alles schwimmt in Urin und flüssigem Kot, überall überquellende Koteimer und zerstörte (angefressenen) Türen und Möbel. Zwischendrin liegen verkotete Kleidungsstücke und Reste von Müll. Unsere Leute bahnen sich mit einem Schneeschieber(!!) einen Weg durch die Kotmassen.
In einem Raum sind mehrere Hunde, die triefend von Kot und Urin aneinander gepresst mit leeren Augen der Dinge harren, die da kommen. Nach und nach werden die Kleinsten der Colliemischlinge aus dem Fenster gehoben und in Boxen gesetzt. Zum Abtransport der erwachsenen Tiere muss die Haustür aufgebrochen werden. Der Blick ins Treppenhaus ist wie ein Blick in eine Tropfsteinhöhle aus Urin und Kot. Tapeten hängen in Fetzen herab, überall Spuren von verkoteten Hundepfoten, die verzweifelt versucht haben müssen, ihrem Gefängnis zu entfliehen.
Wie wir später von den Nachbarn hören, die nach dem Ende der Aktion aus den umliegenden Häusern strömen, ist seit Jahren kein Hund draußen gesehen worden. Warum sie nicht beim Tierschutz angerufen hätten? Achselzucken, Abwinken! Das Ordnungsamt und das Gesundheitsamt habe man verständigt, wegen des Gebelles und dem Gestank. Der Ordnungsamtleiter hatte Frau R. angeschrieben und das Gesundheitsamt sei auch da gewesen, aber Frau R. ließ ja niemanden rein, las keine Post. Der ebenfalls anwesende Amtsveterinär hatte auch nicht ausrichten können!
Zwei Hunde fehlen noch. Eine ältere Hündin wird im ersten Stock in einem verriegelten Raum gefunden. Auch hier überall Exkremente, Unrat und offenen Blechdosen. Als die Tür gewaltsam geöffnet wird, rennt die Hündin Richtung Ausgang ins Freie. Auch sie kann gerettet werden. Wo aber ist der letzte Hund? Liegt er tot irgendwo im unbeleuchteten Keller oder unter einem der vielen frischen Erdhügel auf dem total verwahrlosten Grundstück?
Durch Zufall entdeckt dann jemand hinter durchnässten und zerfressenen Brettern noch einen Raum. Er ist voll mit Müll, zerbrochenen Fenstern und noch mehr Kot als im restlichen Haus. Und ganz hinten in einer Ecke liegt ein brauner Hund, der am ganzen Leib zittert und seine Schnauze in den Exkrementen vergraben hat. Es dauert eine Weile, bis der Weg dorthin freigeschaufelt ist und das Tier, eine Hündin, geborgen werden kann.
Entsetzen und Mitleid über das, was die Tiere erdulden mussten, schlägt in Wut um, als wir erfahren, dass Frau R. schon einmal so mit Hunden „gelebt“ hat.
Eine Anzeige wegen Tierquälerei wird folgen. Wir hoffen, dass ein generelles Tierhalteverbot daraus wird.
(B. Lohmann)
Liebe Tierfreunde,
auch wenn es sich hier nicht um Collies bezw. Colliemischlinge handeln würde, hätten wir von CiN keine Sekunde gezögert, die erbetene Hilfe zuzusichern. Da wir "voll bis unters Dach" sind, bemühen wir uns jetzt, schnellstens zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. Wir brauchen dringend: 2-3 gut erhaltene große Hütten, 2-3 ausgediente Wurfkisten (für die leider tragenden Hündinnen), und einen oder zwei "starke" Männer, die kurzfristig einen Tag opfern und beim Aufbau eines Holzhäuschens helfen können.
Allein die tierärztliche Versorgung dieser gequälten Kreaturen wird wieder eine erkleckliche Euro-Summe verschlingen. Fotos der Hunde können vorläufig nicht gemacht werden, um keine Panik unter den Tieren zu verursachen, die in ihrem ganzen elenden Leben nie aus dem "Haus" gekommen waren, nie Kontakt zu anderen Tieren oder Menschen - außer der "Züchterin" - hatten! Wir wissen nicht, wie lang es dauern wird, bis die Hunde dieses psychische Trauma verarbeitet haben und vermittelt werden können. Schauen Sie sich die Fotos an, die die Tierhilfe Papenburg vor Ort gemacht hat, nachdem die Entsorgungsfirma schon mit ihrer Arbeit begonnen hatte, dann können Sie sich problemlos vorstellen, in welchem Zustand sich die Hunde befinden.
NACHTRAG: Wie jetzt bekannt wurde, hat Frau R. einen Rüden und eine Hündin in ihren neuen (uns noch nicht bekannten) Wohnort mitgenommen!!! Wir werden uns der Anzeige der Tierhilfe Papenburg gegen Frau R. anschließen!
WER KANN UNS HELFEN?
Die Dusche - die WC-Ecke siehe ganz unten, letztes Foto!
Die Wanne - einzige Trinkwasserquelle
Nancys Appartement - das Esszimmer
Pokale - welch ein Hohn!
Rechts ein Mann der Entsorgungsfirma
Im Wohnzimmer, wie überall, Urin und Kot - die Eimer waren längst übergequollen
Zum üblen Schluss - für den besonderen Genuss - die WC-Ecke
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Die Hunde haben inzwischen die tierärztliche Erstversorgung überstanden. Bei der Gelegenheit konnten einige Tiere fotografiert werden.
Linkes Bild: Einer der Rüden. Man beachte die dekorativen "Rutenanhängsel"!
Rechtes Bild: Eine von drei fast identischen Hündinnen. - Diese Tiere sind wahrscheinlich etwa zwei Jahre alt.
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8. September 02: Alle fünf von uns übernommenen Breddenberger Hunde kämpfen in Tierkliniken ums Überleben. Besonders um die vier Monate alte Pamela machen wir uns alle große Sorgen. Leo (linkes Bild) hat es leider nicht geschafft. Bei zwei weiteren Hündinnen verläuft die Krankheit weniger dramatisch. Noch kann aber keine Entwarnung gegeben werden.
13. September 02: Pamela konnte heute aus der Tierklinik entlassen werden. Für die stationäre Intensivbehandlung mussten allein für diese Hündin 732,20 € verauslagt werden!
Wir suchen Personen, die durch Zeitungsanzeigen der Frau R. im Raum nördliches Emsland/Ostfriesland dort einen Welpen oder erwachsenen Collie/Colliemix gekauft haben oder kaufen wollten und die sich uns als Zeugen zur Verfügung stellen.

Der erste Bericht des Herrn K. folgend:

11.09.2002
Seit Mitte Juni dieses Jahres suchten wir, weil unser bisheriger Haushund plötzlich gestorben war, einen Colliewelpen. Auf eine diesbezügliche Annonce in der OZ etwa am 20. Juni vereinbarte ich mit der Inserentin, Frau R., einen Besuchstermin bei sich zu Hause in Breddenberg. Schon während dieses Telefonats fiel mir auf, dass sich Frau R. außerordentlich zurückhaltend, ja misstrauisch verhielt. Erst im Laufe des Gesprächs, als ich vom Tod unseres Hundes und andere persönliche Dinge berichtet hatte und ihr meine ehrlichen Kaufabsichten klar wurden, taute sie auf.
Bereits am selben Nachmittag statteten meine Frau und ich ihr einen Besuch ab. Noch waren wir nicht aus unserem Wagen gestiegen, eilte uns Frau R. mit einem kleinen Hund auf dem Arm (dem Anschein nach ein Colliewelpe) entgegen und hielt uns das Tier über den Gartenzaun zur Straße hin entgegen. Es war sofort recht klar, dass sie sich den Verkauf des Welpen so vorstellte, dass wir ihr Grundstück nicht betreten sollten, sondern das Tierchen ohne Überprüfung seiner Eltern und seines Aufzuchtortes sofort mitnehmen sollten. (Dieses hatte wohl eine Dame getan, die kurz vor uns eine kleine Hündin gekauft hatte, wie Frau R. erzählte.)
Weil wir dieses jedoch keinesfalls vorhatten und uns auffiel, dass der kleine Collierüde, der etwa 7 Wochen alt sein mochte, sehr verängstigt war, ungepflegt aussah und noch nicht laufen konnte (!), und auch das Haus und das Grundstück (Müll, Autowrack etc.) einen vernachlässigten Eindruck machten, bat ich nachdrücklich, die Elterntiere des Junghundes und seine "Kinderstube" besichtigen zu dürfen. Diesen Wunsch versuchte Frau R. durch wortreiche Ablenkung auf andere Themen zu übergehen. Als ich dann ihr Grundstück betrat und Anstalten machte, hinter das Haus zu gehen, reagierte sie recht nervös, ja aggressiv und verbot mir weiterzugehen. Erst jetzt ging sie auf unseren Wunsch ein und holte aus dem Haus, aus dem nun ein vielstimmiges Hundegebell klang, eine abgemagerte und recht kleine Hündin, der zwei weitere Tiere ähnlichen Aussehens folgten. Sie zerrte die Hündin gegen deren Willen am Nacken um die Hausecke in unsere Richtung, und wir konnten den schlechten Gesundheitszustand und die völlige Verängstigung aller drei abgemagerten Tiere deutlich erkennen. Ich sagte Frau R. auf den Kopf zu, dass die entsprechende Hündin auf keinen Fall ein Collie und wohl auch nicht die Mutter des angebotenen Welpen sei und ich nun auch noch den Vater sehen wolle.
Als Vater wurde uns nach längerem Hin und Her schließlich ein 7 Monate alter (!) Tricolor-Collie genannt, herbeigezerrt und auf einen vor dem Haus stehenden Tisch gelegt. Auch dieses Tier war sehr verwahrlost, unterernährt und völlig verschüchtert. Obwohl ich auf das noch geringe Alter des Rüden und seine fehlende sexuelle Reife zum Zeitpunkt der Zeugung des Colliewelpen verwies, beharrte Frau R. darauf, dass er der Vater sei. Auf unser Befremden hin, wie grob sie den Junghund behandelte, begann sie ihrerseits über die fehlende Tierliebe ihrer Mitmenschen zu klagen und betonte mehrmals, lieber sterben zu wollen, als ihre geliebten Hunde, die sie ihrer Nachbarn wegen nicht nach draußen auf ihr Grundstück lassen dürfe, allein lassen zu müssen. Mit anscheinend großer Überzeugung sagte sie wiederholt, ihr Einsatz für ihre Hunde sei religiös motiviert. Insgesamt machte sie auf uns einen recht verwirrten und psychisch gestörten Eindruck.
Neben den oben geschilderten Beobachtungen führte letztlich auch unser Verdacht, dass der Colliewelpe wohl nicht von den gezeigten "Elterntieren" abstamme, dazu, auf den Kauf des Tieres endgültig zu verzichten und nach Hause zu fahren.
(Th. K.)
Die kleine Süße ist wieder super gut drauf. Sie möchte nur noch schmusen, spielen und vor allem niemals mehr hungern müssen.
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