HAZEL
Hallo, ich heiße Hazel, bin jetzt 6 Monate und ein Colliemädchen. Seit Juli lebe ich in Hürth und fühle mich sehr wohl bei meiner Familie. Ich durfte von Anfang an mit im Bett schlafen, damit meine Zieheltern merkten, wenn ich unruhig wurde. Doch jetzt gehe ich nur noch selten auf ihr Bett, meistens morgens wenn alle aufstehen müssen. Wenn abends jemand auf dem Sofa sitzt, komme ich dazu, oder wir drei Hunde belagern gemeinsam die ganze Couch, und die Familie muss sich andere Plätze suchen.
Zur Familie gehören tierische Genossen, ein Hase, der mich anfaucht, wenn ich zu nahe komme, vier Wellensittiche, denen man herrlich nachlaufen könnte (doch dann bekomme ich mächtig Ärger), und zwei Hunde, ein Sheltiemädchen „Wendy“, sechs Jahre alt und ein Colliemädchen „Glenny“, zwei Jahre alt. Und natürlich die Pferde - vor denen hatte ich am Anfang große Angst, aber jetzt kenne ich sie gut.
Zur Familie gehören auch noch drei große Kinder und viele zwei- und vierbeinige Freunde und Verwandte. Während meiner Eingewöhnungszeit hatte meine Familie große Sorgen, weil ich nicht richtig stubenrein werden wollte und nicht abgeleint werden konnte, denn allem was sich bewegte lief ich hinterher und sprang Menschen an, die das gar nicht lustig fanden. Ich wollte nur freundlich sein, aber viele verstanden das nicht. Meine Leute waren so verzweifelt über diese Unarten, dass sie mit mir in eine Hundeschule gehen wollten (oh Schreck!)
Frau Hentschel hat viele gute Tipps gegeben und gesagt, alle brauchen Geduld, und keiner solle die Hoffnung aufgeben. Und jetzt bin ich ganz stolz, und ihre Geduld wird mit meinem Gehorsam belohnt. Ich laufe ohne Leine, nur manchmal geht mein Temperament mit mir durch, und dann gibt's Schimpfe.
Doch dann hat meine Menschenmama Ute mit Frau Hentschel gesprochen, die leitet eine Hundeschule ohne Zwang nach animal learn (die Adresse war bei meinen Unterlagen von Collie in Not).
Meine Leidenschaft sind Papierkörbe ausräumen, Dinge vom Wohnzimmertisch nehmen, und wenn es ganz schlimm wird, Möbel oder Teppiche ankauen. Dies passiert meist dann, wenn wir Hunde allein sind und meine Hundefreundinnen sich irgendwo hinlegen und dösen, aber ich will doch spielen - und unsere Menschenmama sagt dann, Wendy und Glenny hätten wieder nicht auf mich aufgepasst.
Meine andere Macke ist, dass ich immer noch meine, nicht genug zu fressen zu bekommen. Ich schlinge meinen Napf leer und versuche bei den anderen zu klauen, wobei ich sie anknurre und keiner sein Fressen verteidigt! Und so passt immer ein Mensch auf, dass niemand zu kurz kommt.
Mein erster Urlaub war sehr aufregend, es gab viele Wälder und Wiesen zum tollen, und wir Hunde hatten einen tierischen Spaß und lagen abends todmüde auf unseren Decken. Doch leider habe ich wie immer alles maßlos übertrieben und mir ein Bein vertreten, und zuhause musste ich dann Ruhe halten und durfte nicht mehr rennen und springen.
Seit ich bei meiner Familie lebe bin ich mächtig gewachsen. Anfangs konnte ich mich hinter Glenny verstecken, doch jetzt überrage ich sie. Mein Herrchen meint schon, ob wohl bei mir ein Windhund eingemischt wäre, weil ich sehr hochbeinig und schnell bin.
So, nun habe ich genug erzählt, mein Herrchen ist gekommen, und nun machen wir einen schönen Spaziergang zum See.
Viele Hundegrüße an alle, Eure Hazel