GULUMSER alias SHEERA Teil 2
Mai 2003: Hallo Frau und Herr Koopmann,
nur mal auf die Schnelle ein paar Bilder, damit Sie auch mal lachen können, bei so viel Traurigem was ich gerade auf Ihrer Homepage gelesen habe. Es reißt wohl nie ab das Elend. Was manche Leute mit ihren Tieren machen, ist uns unverständlich.
Wir hatten Sonntag ein schönes Erlebnis, waren wir doch zum 1. Mal mit dem Auto für 2 Minuten unterwegs. Natürlich weigerte sich Sheera einzusteigen, wir haben sie ins Auto getragen, war die arme Maus ängstlich. Zwei Minuten gefahren, am Feldweg entlang spazieren gegangen - das gefiel ihr ja ganz gut - dann wieder ins Auto, auweia, aber sie sah schon aus dem Fenster. Dann wieder in die Garage, raus aus dem Auto mit einem Riesensatz und sie zog wie eine Wilde bis an die Küchentür. Vom Geschirr befreit, und dann hat sie sich gefreut und ist gerannt wie eine Verrückte. Nach all den vielen Erlebnissen mit den Autos, immer wieder woanders hin, war sie so glücklich, wieder zu Hause zu sein.
Es ist, als ob wir sie schon immer gehabt hätten. Aus dem kleinen scheuen, erst nur ausschlafenden Wesen ist ein richtiges Powerpaket geworden. Die Zähnchen werden auch immer besser, vielleicht geht es auch so durch die Kautabs, und der Tierarzt bleibt ihr erspart in einigen Monaten.
Die Hunde futtern inzwischen auch nebeneinander ohne Probleme und lecken sich gegenseitig die Topfreste aus. Der Kleine läuft unter ihrem Bauch her, und die Grosse springt auf oder über ihn. Wenn mein Mann nach Hause kommt, weiß sie vor Freude nicht was sie machen soll, springt in an und jault etc. aber ganz zärtlich.
So, das war's für heute, bin schon ganz gespannt auf die Bilder von der süßen Perla, wegen der ich ja eigentlich bei Ihnen angerufen hatte. Und nun haben wir diese wilde Hummel. Irgendwie sind unsere Wege doch vorbestimmt, sollte wohl alles so sein, und es ist gut so wie es ist.
Für heute ganz liebe Grüße von uns allen, Ihre Vera K.

13. Juli 2003: Huhu, ich bin es schon wieder (nerve ich schon?)
Wollte Ihnen, liebe Fam. Koopmann, nur mal schnell zeigen, wie ich mich verändere. Werde ich nicht immer glücklicher und auch schöner? Bin doch eine richtig süße Maus. Und neugierig bin ich immer noch - jeden Tag ein bisschen mehr. Wenn ich frühmorgens auf der Strasse ein Geräusch wahrnehme, schiebe ich mit meiner rechten Pfote den Vorhang zur Seite und schaue erst mal, was da los ist. Die Leute denken bestimmt, meine Menschen wären so neugierig - peinlich - . Aber nur für die Zweibeiner. Gut, dass die Tür Glasscheiben hat und ich hindurchsehen kann.
Liebe Sonntagsgrüße aus Walsrode, Eure Sheera

Liebe Grüsse auch von Vera und Hartmut und dem kleinen Westi, der mir schon so viel gezeigt hat, ohne dass meine Zweibeiner etwas dazu tun müssen. Ich bin noch ganz unerzogen, aber HAUPTSACHE GLÜCKLICH. Bussi nochmal
26.07.03 Huhuhu, grässlich, und schon ist der "Käfig" da und ich kann nicht mehr seitlich auf den Rücksitz und dann von hinten mit meinen langen Pfoten den Fahrer umarmen. Wenigstens kann ich neugieriges Hundilein auch noch oben herausschauen, was sich vorne abspielt. Ob ich mich jemals daran gewöhnen werde? Aber sicherer ist es schon, Harti hat auch ganz lange gesucht, bis er endlich eine Wohlfühlbox für uns gefunden hat (dafür hat er kein Geburtstagsgeschenk bekommen, das war dann unser Autozuhause). Hab heute zum 1. Mal draußen meine Geschäftchen erledigt. Alle sind ganz froh - hm, warum nur?
Wir sind jeden Tag immer wieder ein bisschen glücklicher, unsere Süße zu haben und mögen gar nicht daran denken, was aus unserer lebensfrohen Süßen geworden wäre, wenn es Sie nicht geben würde, denen das Tierleid auch über die Grenzen hinaus ein Anliegen ist. Der Hund ist einfach nur
dankbar (leckt immer ) und zeigt sich sehr anhänglich und glücklich und fordert uns zu so vielen Spielen heraus. Im Moment ist es Versteckspielen, wie sie sich dann freut wenn sie den "Versteckten" gefunden hat, mal sehen, was ihr morgen wieder einfällt, ist echt spannend bei uns. Und was das "Erziehen" angeht, so geht alles mit der Zeit so ganz problemlos und von alleine, es ist, als ob sie schon immer bei uns gewesen ist, ist doch toll, oder?
Für heute liebe Wochenendgrüße (übrigens, Ihre Homepage macht süchtig) Ihre Vera K. & Co.

August 2003: Hallo Frau und Herr Koopmann,
wir haben seit Mittwoch ein Ferienkind. Die ersten beiden Tage konnte Sheera es nicht einordnen, knurren, kneifen etc. war an der Tagesordnung. Mit vielem guten Zureden, in den Arm nehmen - beschützen - etc. haben wir den Durchbruch geschafft, und sie legt sich jetzt sogar mit ihm aufs Sofa. Die erste Nacht hatte der Kleine überhört, dass wir die Schlafzimmertür schließen, frühmorgens "musste" er mal, traute sich aber nicht, seine Tür zu öffnen und was macht der Junge? In seiner Not p.... er doch einfach aus dem Fenster..........
Letzte Nacht konnten wir die Tür schon auflassen, und außer einem leisen knurren - war aber nicht bös gemeint - geschah gar nichts mehr. Was hatten wir für ein braves Kind, saß er doch immer ganz lieb auf dem Sofa und ging nur mit Harti oder mir raus. Inzwischen toben alle zusammen durch die Wohnung, Sheera kann inzwischen einordnen, dass er zur Familie gehört, und da der Kleine zum Glück keine Angst hat und sie trotz ihres Knurrens einfach streichelt und Leckerlis gibt, akzeptiert sie ihn und spielt auch mit ihm im Garten.
In ihrer Box fühlt sie sich wohl, springt sie doch sofort hinein, nur manchmal müssen wir von hinten nachschieben, aber die Vorderbeine bewegt sie ganz von alleine. Den ganzen Tag könnten wir sie knuddeln - tun es auch meistens - und sie genießt es in vollen Zügen.  Wenn mein Mann außer Haus arbeitet, habe ich zwei Schatten hinter mir, beide Hunde sind immer da, wo ich auch bin, aber das war schon immer so.
Übrigens, wenn Sie Ihren Garten mal umpflügen wollen, Anruf genügt, komme mit Sheera. Die schafft ein riesiges Loch in Sekunden, wenn man mal gerade nicht aufpasst. Aber dieses Luder lässt sich nie erwischen. Einmal habe ich jetzt richtig schimpfen müssen, wollte sie doch gerade ein Stromkabel durchnagen, können Sie sich meinen Schrecken vorstellen? Ein Kabel hat sie nachts schon mal zerlegt (war zum Glück nicht angeschlossen) und in 10cm lange Stücke zerbissen und diese ordentlich nebeneinander abgelegt. Bis aufs Büro haben wir alle Kabel verstecken können. Aber als ich sie auf frischer Tat ertappt habe muss ich vor Panik so laut "aus" geschrieen haben, dass sie seitdem kein Kabel mehr angerührt hat. Das war auch das einzige Mal, dass ich mal laut geworden bin.
Ansonsten kommen wir immer ein kleines Schrittchen weiter, sie weiß inzwischen, dass wir sie vor allem beschützen - das braucht sie noch ganz dringend - und zeigt ihre Dankbarkeit jeden Tag aufs Neue.
Jetzt noch eine Frage, die Shelli könnte doch verwandt mit ihr sein, die Gestik, die Bewegungen, oben der helle Fleck auf dem Rücken, finden Sie nicht auch? Jedenfalls vom Foto her entdecke ich eine Ähnlichkeit.
Vielen Dank für die Zusendung der Marke, es gibt uns eine Sicherheit, hoffen aber, dass wir sie nie brauchen werden. Bis heute habe ich so etwas noch nie erlebt und möchte es auch nicht erleben. Das muss eine große Nervenbelastung sein, wenn ein Hund abhanden kommt und man weiß nicht, wo er ist. Hoffentlich bleibt uns das erspart.
Hilfe, ich wollte gar nicht so viel schreiben, aber wenn man erst einmal anfängt! Einen Roman könnte ich von unseren beiden schon schreiben, die sind einfach knuddelig. Harti hat ihnen so ein Quietschspielzeug mitgebracht, beide quietschen z.Zt. um die Wette, meine armen Nerven....
Mit ganz lieben Wochenendgrüßen verbleiben wir für heute mit allen guten Wünschen, Ihre Vera K. & Co.
November 2003: Liebe Frau Koopmann und lieber Herr Koopmann,  
wieder mussten Sie ein liebgewonnenes, ganz  großes Sorgenkind abgeben - und sind sicher sehr traurig. Deswegen möchte ich Ihnen ein paar Bilder von unseren Lieblingen senden.
Langsam ist Sheera ausgewachsen, ist das Fell nicht wunderschön geworden?  Überhaupt ist sie eine ganz treue Seele. So sehr sie auch ihr Haus und ihr Grundstück liebt und bewacht, so panisch ist sie auf der anderen Seite unterwegs noch. Wir gehen schon immer abseits vom Trubel. Letzte Woche  waren wir an der Ostsee, dachte mir, mache für Sie auch mal ein paar  Fotos vom wasserplanschenden Hund, wie in Ihren Berichten von ehem. Sorgenkindern gesehen. Aber nix da, kam doch eine winzig kleine Welle und schwups, zog sie ihr geliebtes, in sie total vernarrtes Herrchen, wieder auf den Weg. Trotzdem, wenn man erst einmal unterwegs ist, freut sie sich ein Bein aus. Zwischendurch versperrt sie einem den Weg, wedelt, springt einen ganz vorsichtig an und will tüchtig gepuscht und geknuddelt werden, und dann geht es wieder weiter.
Einige Menschen akzeptiert sie jetzt als Besucher, von einigen anderen lässt sie sich auch mit Leckerlis nicht locken, zu bestechen ist sie überhaupt nicht. So lange alle sitzen, ist es inzwischen ok, nur wenn bestimmte Personen aufstehen, muss ich höllisch aufpassen, dann schnellt sie hervor und möchte sie am liebsten in den Hintersten zwicken. (Komisch, geht mir bei einigen Leuten auch so, nur dürfen wir es nicht so zeigen -(grins-).
Naja, ein ganz kleines bisschen Erziehung hat sie schon genossen, sie macht "Sitz" (wenn sie will) und kommt sofort reingeflitzt, wenn wir sie bei ihrem Namen rufen. Abends ersetzt sie oft den Fernseher und führt uns ihre Kunststückchen vor, erst spielt sie ganz alleine mit ihrem Spielzeug und irgendwann fliegt es uns dann um die Ohren oder auf den Schoß. Kurz darauf bekommt sie ihre "tobenden 5 Minuten" und springt aufs Sofa und uns an und will toben. Mit ihr können wir einfach alles machen, solange sich alles in der Wohnung oder im Garten abspielt. Deswegen "erziehen" wir sie auch nicht "salonfähig" , soll sie doch ihre Frohnatur behalten, wir finden das einfach toll so wie es ist.
So was in der Art "Überflüssiges" haben wir ihr natürlich schon beigebracht und sie macht es mit Begeisterung mit, sie versteht schon sehr viel, und wenn ich mal etwas verbiete und lieb nein nein nein sage, bekomme ich richtig beschwerendes Bellen zurück.
Letztes Wochenende waren wir bei meiner Mutti in Hagen, sie hatte richtig schönes Leckerchen besorgt und eine grosse Schüssel Wasser in die Küche gestellt. Natürlich ließ unsere Süße alles unberührt stehen, bis meine Mutti es leid war und ihr Leckerchen und Wasser ins Wohnzimmer brachte, und da konnte sie den guten Gerüchen nicht widerstehen und hat auf Hartis Füßen liegend unterm Tisch alles aufgefuttert und die Schüssel Wasser halb leer getrunken. So ist sie halt, unser unterwegs noch ängstlicher Liebling.
Ach ja, letzten Freitag waren zwei Finanzbeamte hier, wir hatten Schlussbesprechung von der Prüfung vor einigen Wochen. Die beiden Herren saßen mit Harti und Steuerberater (aus Meschede) im Wohnzimmer auf der Eckbank (da liegt unser echter "Gulumser" immer, wenn ich im Büro bin und sie mich von da bequem beobachten kann) und ich saß mit ihr auf dem Sofa und wir hörten aus sicherer Entfernung zu. Sheera schielte immer über die Sofalehne und beobachtete alles ganz genau. Auf jeden Fall verabschiedeten sich die Herren sehr freundlich, Sheera musste natürlich wieder leicht knöttern, und dann sah ich sie von hinten. Die anfangs sauberen dunklen Anzugjacken waren nun in der Rückengegend voller Hundehaare. Ich habe nur schmunzeln müssen und nichts gesagt - gemein von mir, oder? (Was da die Ehefrauen wohl vermutet haben??). Ich hatte zwar die Sitzfläche abgesaugt, jedoch die Lehnen vergessen........
So, das war es auf die Schnelle. Ganz liebe Güße und ein Küsschen von Sheera - macht sie so gerne - und von uns auch ein liebes Drückerchen.
Ihre Vera und Hartmut K.