August 2003: Hallo Frau und Herr Koopmann,
wir haben seit Mittwoch ein Ferienkind. Die ersten beiden Tage konnte Sheera es nicht einordnen, knurren, kneifen etc. war an der Tagesordnung. Mit vielem guten Zureden, in den Arm nehmen - beschützen - etc. haben wir den Durchbruch geschafft, und sie legt sich jetzt sogar mit ihm aufs Sofa. Die erste Nacht hatte der Kleine überhört, dass wir die Schlafzimmertür schließen, frühmorgens "musste" er mal, traute sich aber nicht, seine Tür zu öffnen und was macht der Junge? In seiner Not p.... er doch einfach aus dem Fenster..........
Letzte Nacht konnten wir die Tür schon auflassen, und außer einem leisen knurren - war aber nicht bös gemeint - geschah gar nichts mehr. Was hatten wir für ein braves Kind, saß er doch immer ganz lieb auf dem Sofa und ging nur mit Harti oder mir raus. Inzwischen toben alle zusammen durch die Wohnung, Sheera kann inzwischen einordnen, dass er zur Familie gehört, und da der Kleine zum Glück keine Angst hat und sie trotz ihres Knurrens einfach streichelt und Leckerlis gibt, akzeptiert sie ihn und spielt auch mit ihm im Garten.
In ihrer Box fühlt sie sich wohl, springt sie doch sofort hinein, nur manchmal müssen wir von hinten nachschieben, aber die Vorderbeine bewegt sie ganz von alleine. Den ganzen Tag könnten wir sie knuddeln - tun es auch meistens - und sie genießt es in vollen Zügen. Wenn mein Mann außer Haus arbeitet, habe ich zwei Schatten hinter mir, beide Hunde sind immer da, wo ich auch bin, aber das war schon immer so.
Übrigens, wenn Sie Ihren Garten mal umpflügen wollen, Anruf genügt, komme mit Sheera. Die schafft ein riesiges Loch in Sekunden, wenn man mal gerade nicht aufpasst. Aber dieses Luder lässt sich nie erwischen. Einmal habe ich jetzt richtig schimpfen müssen, wollte sie doch gerade ein Stromkabel durchnagen, können Sie sich meinen Schrecken vorstellen? Ein Kabel hat sie nachts schon mal zerlegt (war zum Glück nicht angeschlossen) und in 10cm lange Stücke zerbissen und diese ordentlich nebeneinander abgelegt. Bis aufs Büro haben wir alle Kabel verstecken können. Aber als ich sie auf frischer Tat ertappt habe muss ich vor Panik so laut "aus" geschrieen haben, dass sie seitdem kein Kabel mehr angerührt hat. Das war auch das einzige Mal, dass ich mal laut geworden bin.
Ansonsten kommen wir immer ein kleines Schrittchen weiter, sie weiß inzwischen, dass wir sie vor allem beschützen - das braucht sie noch ganz dringend - und zeigt ihre Dankbarkeit jeden Tag aufs Neue.
Jetzt noch eine Frage, die Shelli könnte doch verwandt mit ihr sein, die Gestik, die Bewegungen, oben der helle Fleck auf dem Rücken, finden Sie nicht auch? Jedenfalls vom Foto her entdecke ich eine Ähnlichkeit.
Vielen Dank für die Zusendung der Marke, es gibt uns eine Sicherheit, hoffen aber, dass wir sie nie brauchen werden. Bis heute habe ich so etwas noch nie erlebt und möchte es auch nicht erleben. Das muss eine große Nervenbelastung sein, wenn ein Hund abhanden kommt und man weiß nicht, wo er ist. Hoffentlich bleibt uns das erspart.
Hilfe, ich wollte gar nicht so viel schreiben, aber wenn man erst einmal anfängt! Einen Roman könnte ich von unseren beiden schon schreiben, die sind einfach knuddelig. Harti hat ihnen so ein Quietschspielzeug mitgebracht, beide quietschen z.Zt. um die Wette, meine armen Nerven....
Mit ganz lieben Wochenendgrüßen verbleiben wir für heute mit allen guten Wünschen, Ihre Vera K. & Co.