Eine wahre Geschichte von dem langen Weg,
                                ein Zuhause zu finden....      
           
Wie das wahre Leben eines Galgos in Spanien ist, daran kann ich mich kaum noch erinnern, ich weiß nur noch, dass es vor langer Zeit war, ungefähr vor einem Jahr, als ich aus mir unerklärlichen Gründen in einer Art „Tierheim“ landete, Menschen brachten mich dort hin, alle Hunde, große und kleine, die dort waren, wurden in kleinere Zellen mit Gitterstäben gesperrt, es war kalt auf dem Boden, es gab kaum Wasser geschweige denn irgendwelche regelmäßigen Futterrationen.
Die Stimmen der Menschen, die dort hin kamen waren laut, furchterregend, ich verstand nichts mehr, was sollte das denn nun sein? Ich musste doch laufen, rennen, meine Geschäfte erledigen, meine Freunde sehen.
Da waren nicht viele meiner Art, einer, sehr nett, auch er hockte in einer dieser Zellen, schaute rüber, so hatte ich wenigstens ein wenig das Gefühl, nicht ganz so alleine zu sein.
Manchmal holten die Männer Hunde aus den Zellen, sie winselten, gingen aber mit, ich sah sie jedenfalls nicht wieder. Es war alles unheimlich hier. Ich hatte ein paar Wunden am Körper, sie brannten, ich leckte sie sauber und legte mich dann auf den kalten Boden und wartete einfach ab.....doch ich hatte große Angst.....ich bellte ab und zu, doch es nützte nichts.....wie lange sollte ich es hier nur noch so aushalten?
Ein paar Tage später hörte ich andere Stimmen auf unsere Zellen zu kommen, sie waren freundlich, sie sprachen mit den Männerstimmen und dann kamen sie auf unsere Zellen zu, schlossen sie auf, banden mir einen Riemen um dem Hals und holten mich raus. Oh, wie sehr ich mich freute, denn der Nachbar, ein schöner Weißer meiner  Rasse, stand auch plötzlich neben mir. Nun wollte ich nicht mehr ohne ihn sein. Er freute sich auch und die Menschen, man nennt sie Tierschützer, das weiß ich heute, nahmen mich mit in ein Haus, wo es zumindest etwas schöner war, wir bekamen Wasser und Futter, viele Streicheleinheiten und ein gemütliches Plätzchen, wo wir schlafen durften. Ich habe mich gleich an meinen großen, weißen Freund gekuschelt und dann bin ich eingeschlafen. Diese Menschen brachten uns am nächsten Tag zu einem Arzt, der uns untersuchte und alle meine Wunden versorgte, ich war ja so dankbar, freute mich und freute mich.
Danach fuhren wir zu einem großen Platz, dort sah ich wieder solche Kisten stehen, die hatte ich schon mal gesehen und ich wollte davon aber nichts wissen. Ich wollte lieber doch gerne wieder zurück an das warme Plätzchen, war aber froh, dass ich hier nicht alleine war.  Da kamen dann noch andere nette Menschen, sie streichelten uns und eh wir uns versahen, steckten sie uns beide zusammen in eine dieser Boxen und sagten, dass nun alles bald viel schöner würde und wir sollten keine Angst mehr haben. In der Box war es zwar eng, aber das machte nichts, ich hatte nicht mehr soviel Angst.
Dann wurden die Boxen auf ein großes Gebilde, ein Flugzeug sollte es ein,  zugetragen, die Menschen sagten uns Aufwiedersehen, verabschiedeten sich voneinander, ich war müde, alles eine Tortour, legte mich hin zu meinem Freund und schlief ein. Als wieder erwachte, waren da ganz viele Stimmen, so ähnlich wie auf einem Fest, alle liefen hin und her, trugen Taschen und unterhielten sich mit einander. Ich wollte am liebsten sofort raus aus meiner Box, auch Hallo sagen, und genau das passierte dann auch.
Denn da begann dann der 2. Abschnitt meines Lebens, es kam eine Frau und ein Mann, nahmen meinen Freund und mich aus der Box und fuhren mit uns ein ganz schön weiten Weg - nach Ostfriesland! Wir stiegen aus dem Auto und siehe da, ein riesengroßer Garten mit Büschen und Bäumen und ich freute mich, und sprang, und rannte und rannte mit meinem Freund hin und her. Wie schön!
Wir gingen mit dem Menschen in das Haus, da waren noch ganz viele andere Hunde, zwar mit langen Fell, aber nett, sie begrüßten uns und freuten sich auch. Die Menschen streichelten uns, gaben uns eine große Portion Futter, die größte, die ich jemals hatte und dann bekamen wir ein richtiges Zimmer mit warmen Decken und wir schliefen dicht aneinander gekuschelt zufrieden ein. So hatte ich mir das immer vorgestellt!
Es vergingen einige wunderbare Wochen mit all diesen schönen Lebensdingen. Nie wieder wollte ich hier wieder weg und alleine sein. Ich hatte nun einen Namen, man rief mich „ Amena“ und meinen Freund „Moviestar“. Da passierte etwas Schreckliches.
Es kamen Besucher und die haben Moviestar mitgenommen. Ich war so aufgeregt, ich weinte und bellte, aber er war weg. Frauchen versuchte mich zu beruhigen, erzählte mir, dass er jetzt ein richtiges Zuhause gefunden hätte, aber es nützte nichts, ich weinte sehr. Ich wurde wütend, ich zerriss all die Decken, auf denen wir zusammen gekuschelt hatten, wie konnte man mich schon wieder so alleine lassen?
Mit wem sollte ich rennen und toben und überhaupt? Ich war so unglücklich. Frauchen und Herrchen kümmerten sich um mich, ließen mich kaum noch aus den Augen, sagten, ich könne mich mit den anderen langhaarigen Hunden anfreunden, sie trösteten mich. Oh, wie sehr ich Moviestar vermisste....
So ging ein halbes Jahr hin, jeden Tag dachte ich an ihn. Aber er kam nicht wieder zurück.
Frauchen meinte, auch für mich würde sie noch ein richtiges Zuhause finden, ich verstand das alles gar nicht, es war doch alles ganz schön hier.
Eines Tages fuhren wir ein ganzes Stück mit dem Auto - zum Fernsehen. Frauchen sagte mir, ich hätte einen Fernsehauftritt, damit mich alle Menschen im Fernsehen sähen und ich so dann auch ein eigenes Zuhause finden würde. Als ich in das Studio geführt wurde mit so einem Geschirr um den Bauch, drehte ich mich auf dem Hacken um, schlüpfte aus dem Geschirr heraus und lief davon. Nein, ich wollte dort nicht schon wieder mit fremden Menschen sitzen und sitzen, das gefiel mir gar nicht.  
Nach diesem Fernsehauftritt passierte gar nichts, Frauchen telefonierte mit vielen Menschen, sagte aber dann zu Herrchen, dass das alles nicht die richtigen Menschen für mich wären und so blieb ich also dort.
An einem Abend erzählte mir mein  Frauchen, dass am nächsten Tag Besuch für mich kommen würde. Ich war gespannt und furchtbar aufgeregt. Es war ein schöner Tag, die Sonne schien, und es klingelte an der Haustür. Ja, das war Besuch für mich, wirklich! Da stand plötzlich ein wunderschöner großer  Galgo mit seinen Menschen vor unserer Tür, ich hatte nur einen Gedanken: geh zu ihm und renn mit ihm! Gedacht, getan, wir rannten, er war schnell und schön und wie freundlich. Wir beschnupperten uns und spielten den ganzen Nachmittag auf der großen Wiese. Sein Name war Pico und ich wollte nicht, dass auch er je wieder wegging. Er war ja nicht allein gekommen, da war noch ein schwarzer Hund dabei, eine Hundedame mit großen Ohren, Celine, sie war auch sehr nett, spielte aber mehr mit den Menschen und trug die ganze Zeit kleine Stöckchen hin und her.
Ich hörte, wie seine Menschen lange mit Frauchen und Herrchen sprachen, sie spielten mit uns, streichelten mich und ich fühlte mich gleich geborgen.
Pico und seine Freundin Celine fuhren am Abend wieder weg, Frauchen sagte mir aber, dass ich sie bald besuchen sollte. Ich verstand es nicht recht, sie hätten doch gleich hier bleiben können?  Ich hatte mich so verliebt in ihn! Ich dachte wohl jeden Tag an ihn und wartete nun, dass dieser Besuchertag kam, denn ich musste ihn unbedingt wiedersehen.
Dieser Tag kam wirklich. Frauchen sagte mir, ich würde nun verreisen. Die gleichen Menschen kamen wieder, ich stieg sofort in das Auto, verabschiedete mich von meinem Frauchen, legte mich hin und schlief eine ganze Zeit. Dann hielt das Auto an. Wir stiegen aus und ich ging mit den Menschen in ein großes Haus. Die Tür ging auf und da stand er, der große schöne Pico! Es schüttelte uns, wir sprangen uns in die Arme und freuten uns so sehr. Nie hätte ich gedacht, dass es wirklich wahr wird!
Wir mussten erst mal eine halbe Stunde vor lauter Freude rennen in dem großen Garten hinter dem Haus. Dann begrüßte ich Celine, ich konnte es gar nicht glauben, dass ich jetzt hier war. Diese Menschen sind jetzt meine Menschen, ich bin so froh, wie ich es noch nie in meinem ganzen Leben war. Ich habe alles, was es für Hunde wie mich gibt, meine Menschen sagen, ich bin  etwas ganz Besonderes. Es hat zwar so lange gedauert, aber nun ist endlich alles gut. Es ist mein 3. Leben, in meinem eigenen richtigen Zuhause, mit Pico und Celine, wie wunderbar - ich bin so glücklich - danke! (Amena-Rehlein)C.Heisterhagen 11/ 03