ALICE
Wir sind begeisterte Zuschauer der Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" und fassten den Entschluss, wenn die Rahmen-bedingungen geschaffen sind, werden wir einem älteren Hund ein neues Zuhause geben!
Die Rahmenbedingungen standen: Es war Sonntag, die Sendung lief und sie stellten sich wieder vor: "Collie in Not".
Wieder mal mit wunderbaren Hunden. Also wurde sich die Telefonnummer notiert, na ja… und noch mal zwei Tage darüber geschlafen, bevor die Nummer gewählt wurde.
Nach mehreren sehr netten Gesprächen mit Frau Koopmann fassten wir den Entschluss, das Ehepaar Koopmann zu besuchen. Bei unserem Besuch haben sich alle (älteren)Hunde persönlich bei uns vorgestellt. Super Vorstellung.... Alle Hunde super freundlich, verschmust und offen.
Wie findet man eine Prinzessin?
Der erste Gedanke war, warum gibt man solch ein Tier, jedes eine Persönlichkeit, ab? Waren es etwa die kleinen Weh-wehchen, die uns im Alter auch einmal einholen werden? (Arme Menschheit)Wir jedenfalls konnten uns erst entscheiden, als wir wieder mal einen …na , O.K, zwei Tage darüber geschlafen hatten.Und wir müssen sagen, das schlafen hat sich gelohnt!
Am 20. September 2004 war dann der große Tag, Alice kam zu uns. Wir drei verstanden uns von Anfang an. Es war die große Liebe auf den ersten Blick und ist es auch jetzt, nach  8 Wochen, die doch recht hart aber trotz allem auch sehr schön waren.Alice (unser Rehlein) bekam 6 Tage nach ihrer Ankunft hohes Fieber und war total schlapp. Kurzerhand fuhren wir zur Notfalltierklinik in Mönchengladbach. Dort gab man ihr lediglich ein fiebersenkendes Mittel und schickte uns nach hause. In den nächsten Stunden veränderte sich ihr Zustand aber dramatisch. Alice war nicht mal mehr in der Lage aufzustehen und total apathisch. Gott sei Dank erreichten wir nach mehreren Anrufen unseren Tierarzt (es war ja schließlich Sonntag)! Dank seines Können und Wissen ging es Alice nach mehreren Spritzen und Infusionen besser.
Leider hatte sich bei ihr eine verschleppte  Lungenentzündung, mit Wasser in den Lungen, herauskristallisiert. Nach 2 Wochen täglichen Arztbesuchen, vielen Spritzen, Tabletten, Infusionen und durchwachten Nächten gab der Doc Entwarnung. Nach der Auswertung des Röntgenbilds war die Lungenentzündung ziemlich weit abgeklungen und der Doc recht zufrieden. Wir atmeten auf. Alices Allgemeinzustand verbesserte sich, sie hat sogar zugenommen. Doch dann kam der große Rückschlag, mit dem niemand gerechnet hat! Zuerst war es nur ein leichter Husten, den wir alle auf die Lungenentzündung zurückführten. Doch der Husten wollte nicht besser werden. Er wurde hartnäckiger denn je. Alice hustete sich wirklich die Lunge aus dem Leib. Es war absolut grauenhaft sie so zu sehen und zu hören.

Da kam uns der Gedanke, dass sich vielleicht wieder Schleim unter Alices Kehlkopf gesammelt hat (wie schon mehrmals geschehen). Also riefen wir Samstagmorgen beim Tierarzt an und fragten nach, ob er mal bei Alice in den Hals gucken könnte, was er dann auch tat. Und er schaute noch weiter! Dank Endoskopie sah er, dass bei Alice beide Lungenflügel voll Eiter waren. Also entnahm er mehrere Proben. Mit den einen Proben experimentierte er selbst in seinem Labor nach Feierabend, die anderen schickte er ein zur Universität für Humanmedizin nach Hannover. Das Wochenende verging sehr tränenreich. Am Montag musste uns der Doc dann mitteilen, dass es nicht sehr gut für Alice aussah. Sie war auf jegliches Antibiotikum, das auf dem freien Markt verfügbar war, resistent. Trotz allem wandte unser Doc all sein Wissen und seine Erfahrung an, gab sich wahnsinnig viel Mühe und bangte mit uns.
Unser einziger Hoffnungsschimmer war das Ergebnis aus  Hannover, und das ließ auf sich warten!!!! Dank unserem Doc, seinem wahnsinnigen Angagement, seinem super Know-how und seinem riesengroßen Herzen (denn er ist Tierarzt aus Leidenschaft) schafften wir es, die Zeit, bis das Ergebnis da war, zu überbrücken. Endlich war es soweit, das Ergebnis mit dem Antibiotikum war da. Ab jetzt lief die Zeit! Entweder das Medikament schlägt an oder wir müssen Alice endgültig einschläfern lassen. Am Freitag dem 29. Oktober bekam Alice ihre letzte Infusion und seit Freitag, dem 5. November ist sie ohne Medikamente. Das einzige, was  wir täglich zweimal  machen, ist inhalieren.
Jetzt hilft nur noch hoffen. Wir wissen, dass jeder Tag mit Alice, ein geschenkter Tag ist. Und so gestalten wir auch jeden Tag. Die Zeit, die wir haben, verbringen wir sehr intensiv mit ihr. Auf jeden Fall möchten wir die Zeit mit ihr nicht missen. Wir drei sind ein eingespieltes Team und Alice gibt uns sehr viel von dem, das wir ihr geben, zurück. Wir möchten uns recht herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie uns Alice anvertraut haben! Wir haben jetzt alles Menschenmögliche getan, der Rest liegt nicht mehr in unserer Hand. Aber Sie wissen ja, die Hoffnung stirbt zuletzt!
Viele, viele liebe Grüße und alles Gute für die Zukunft! Alice, Ralf & Birgit